Entwicklung und Konstruktion mit CAD (SolidWorks)
3D-CAD-Programme sind im Maschinen- und Fahrzeugbau Stand der Technik, und es ist davon auszugehen, dass Studenten, die jetzt den CAD-Kurs bei uns machen, bei ihrem Eintritt ins Berufsleben keine reinen 2D-Lösungen mehr vorfinden werden. Daher verwenden wir für die CAD-Ausbildung seit Langem auch einen 3D-Volumenmodellierer.
Es gibt auf dem Markt derzeit eine große Vielfalt an 3D-Programmen. Ich habe mich schon 1999 aus folgenden Gründen für SolidWorks (kurz: SWX) entschieden:
- Es steht vor allem im Ruf, besonders leicht erlernbar zu sein, was sich nach meinen Erfahrungen voll bestätigt hat. Neben der leichten Erlernbarkeit für die Studierenden ist auch der Wartungsaufwand im Netzwerk erträglich!
- Das Programm läuft stabil und ist in dieser Hinsicht besser als viele deutlich weniger komplexe Programme (wie z.B. mein Lieblings-Hassobjekt MS-Word).
- SolidWorks ist wohl das in der industriellen Praxis weltweit am weitesten verbreitete 3D-Programm. Das Erlernte kann evtl. direkt angewendet werden. Auch bei den meisten anderen 3D-Programmen ist die prinzipielle Arbeitsweise vergleichbar und man kann zumindest für einfache Bedürfnisse schnell umlernen.
- SWX hat nach meiner persönlichen Einschätzung und aufgrund seiner Verbreitung eine hohe Zukunftssicherheit. Die Firma gehört dem französischen CAD-Spezialisten Dassault Systèmes, mit Catia und SWX im Angebot ist das einer der internationalen Marktführer.
Über den kostenlosen Zugang zur Software werden Sie zu Beginn des Semesters noch rechtzeitig von Ihren Profs informiert. Achten Sie für eine Kompatibilität zum Lehrbetrieb auf jeden Fall darauf, dass Sie die richtige Version verwenden. SolidWorks ist NICHT rückwärtskompatibel zu älteren Versionen!
Kostenloses professionelles 3D-CAD gibt es für Studenten auch von anderen Firmen, z.B. "OnShape" von PTC.
Dieses Programm bietet als "Software as a Service" völlig neue Möglichkeiten.
Ein an SolidWorks gewohnter Benutzer kommt nach einer Eingewöhnung auch damit gut zurecht.
Link: www.onshape.com
Meine Prognose: Solchen CAD-Anwendungen, die keine lokale Installation erfordern, wird die Zukunft gehören.
Der Vorteil ist: keine spezielle Hochleistungs-Hardware, keine Software-Updates, keine lokale Lizenzverwaltung.
Dafür braucht man an jedem Arbeitsplatz (auch Home-Office) eine leistungsfähige, schnelle Internetanbindung.
Das ist in Deutschland leider nicht überall der Fall.
3D-CAD als Freeware hat mittlerweile auch ein Stadium erreicht, das evtl. für private Anwendungen genügt, z.B. um Geometrien für einen 3D-Drucker zu erzeugen. Ich empfehle hier FreeCAD. Die Bedienung ist ähnlich wie bei SWX, es werden lediglich andere Begriffe verwendet: Aufpolsterung statt linear ausgetragener Aufsatz, Vertiefung statt linear ausgetragener Schnitt, usw.
Ein aktuelles Finite-Elemente-Programm gibt es als Freeware von der Uni Bayreuth: Z88 Aurora
Ein kurzer SolidWorks-Einführungsumdruck wird bei mir zu Beginn des Praktikums ausgeteilt und wird zusätzlich auch zum Herunterladen angeboten:
