Mit Fotografie beschäftige ich mich schon seit meiner Jugendzeit. Mit dem Geld aus einem Schüler-Ferienjob habe ich mir mit 16 als erste Spiegelreflexkamera eine Pentax Spotmatik geleistet. Der Einstieg in die Selbstverarbeitung von Schwarzweißbildern kam dann prompt einen Ferienjob später.
Nach etlichen Jahren Fotoabstinenz und einem kurzen
Ausflug in die Digitalknipserei bin ich seit 2004
wieder reumütig zu meinem Laborhobby zurückgekehrt. Mittlerweile kann
ich mich darüber freuen, dass ich voll im Trend liege!
Analoge Schwarzweißfotografie hat sich als stabiler Nischenmarkt etabliert.
Auch ein aktueller Artikel in der
Welt online
bestätigt diesen relativen Boom der Analog-Fotografie.
In letzter Zeit kamen neue Entwickler auf den Markt, mit denen Hochauflösungsfilme 40 ISO erreichen und damit bei gutem Licht schon fast für Alltagsfotografie tauglich werden. Diese Film-Entwickler-Kombinationen bringen locker eine Schärfe und Auflösung, die die weltbesten Objektive an ihre physikalisch nicht überwindbaren Grenzen bringen. Der Filmmarkt scheint immerhin so ergiebig zu sein, dass noch Platz für neuentwickelte Emulsionen und eine neue Marke ist (Kentmere-Filme von Ilford). Bereits totgesagtes Material wird in altbewährter Qualität wieder neu aufgelegt, wie die Multicontrast-Papiere und hoffentlich bald auch die APX-Filme von Adox. Dagegen ist festzustellen, dass sich die Bildqualität der Digital-Knipsen seit dem Höhepunkt 2006 (Fuji FinePix F30 oder F31fd) nicht verbessert hat. Dafür gibt es jetzt Gesichtserkennung und Lächelautomatik. Der Funktionsüberfluss hat mittlerweile leider auch die Spiegelreflexkameras erfasst. Zum Fotografieren braucht man nur Zeit- und Blendeneinstellung sowie einen Auslöser. Die wenigsten Hobbyfotografen brauchen dagegen mehr als 6 MegaPixel und schon erst recht keine 24 Motivprogramme und 25000 ISO!
Nein, ich bin kein Analog-Fundamentalist, und ich sehe es als Fakt an, dass der Vorsprung der Analogtechnik von Jahr zu Jahr dahinschmilzt. Der normale Kleinbildfilm wird von Profi-Digitalkameras bereits übertroffen (von billigen Digiknipsen wohl nie). Wer vor Investitionen im deutlich 5-stelligen €-Bereich nicht zurückschreckt, kann auch schon digitale Mittelformat-Qualität haben. Das ist für mich kein Problem: Die Fotografie auf Film und die Ausarbeitung im Labor ist einfach ein Gegenpol zu meinem vom Computer geprägten Beruf. Daher habe ich etwas Zeit und wenig Geld investiert, meine Prozesse ordentlich kalibriert (siehe → Filme eintesten, → Papier eintesten), und es macht jetzt mehr Spaß als je zuvor!
Jeder weiß: Gute Fotos macht
der Fotograf und nicht die Kamera. (Restaurantbesucher zum Koch:
Es hat vorzüglich geschmeckt! Welche Kochtöpfe haben Sie benutzt?
)
Aber trotzdem interessieren sich viele für technische Daten,
was ich an den Zugriffszahlen auf diese Seiten erkenne.
Im Lauf der Jahre hat sich bei mir eine stattliche Anzahl
guter Kameras und auch Schrott angesammelt, den ich hier einmal
aufgelistet und bewertet habe. (Die Links dazu sind links.)
Die eine oder andere Kamera hat mich einfach interessiert und ich wollte sie mal ausprobieren.
Die meisten Kameras werden mehr oder weniger regelmäßig benutzt.
Ich habe keine Vitrine, in der ich sie nur anschaue und gelegentlich abstaube.
Der notwendige Aufwand, um seit langem unbenutzte Exemplare wieder zu verkaufen, ist mir zu hoch,
und der finanzielle Erlös würde ohnehin sehr bescheiden ausfallen.
Als Professor ist es unter anderem mein Job, komplizierte Sachverhalte zu erklären und jungen Leuten etwas beizubringen. Das kann ich natürlich auch bei meinem Hobby nicht bleiben lassen. Nicht dass das Fotolabor etwas fürchterlich kompliziertes wäre! Aber in der heutigen digital verseuchten Welt trifft man nicht so leicht auf Gleichgesinnte, die man eben schnell mal etwas fragen könnte. Daher habe ich versucht, die wichtigsten und immer wieder von Anfängern und Wiedereinsteigern gestellten Fragen zusammenzustellen und auch gleich zu beantworten, siehe → Schwarzweiß-FAQ (Frequently Asked Questions).